Archiv des Autors: rosa perutz

Der Dünkelsmarcksche Press-Schwamm

Die Filmbranche mag ja ein Bereich sein, dessen Protagonisten sich ganz besonders ungeniert als Offenbarer der nationalen Seele produzieren – aber was da Ende letzten Jahres in der Neuen Nationalgalerie aufgeführt wurde, hätte immer noch glatt als Satire durchgehen können. Florian Henkel von Donnersmarck spricht „Über das Deutsche im Filmemachen“.

dünkelsmark – deutsche startbedingungen

Ich bin mir sicher, er glaubt selbst nicht, was er da erzählt. Und er erzählt es einem Publikum, das es ihm natürlich auch nicht glaubt, aber fein perlend zu applaudieren versteht. Was unter diesen Umständen tatsächlich beklatscht wird, ist die „Feinsinnigkeit“, mit der der vielversprechende junge Graf es versteht, die Agenda des Projekts Kulturnation Deutschland in eine Erzählung über das Filmemachen zu übersetzen. Dass er sich selbst dabei ganz nebenbei zum deutschesten aller kommenden Filmemacher profiliert, wird wohlwollend zur Kenntnis genommen. Denn: Einer muss den Job ja machen.

Bonustrack: „Verdichteter Schwamm vs. sozialer Realismus“

dünkelsmark – sozusagen kunst

Antinationale Banden in die Kulturlandschaft!

Samstag, 14.11.2009, 16 bis 18 Uhr
Rosa Perutz auf der Tagung Überleben in den »Creative Industries«, organsiert von der Rosa Luxemburg Stiftung

Creative Industries, Kreativ Bastelworkshop, Create Berlin, Creativ
Discount, CreativZeitarbeit, Kreativwirtschaft Deutschland, Creative Class
-CUT. Wer ist dieses WIR der Kreativen? Welcher Auftrag wird mit diesem WIR
übernommen und in wessen Namen? Wie verhält sich dieses WIR zu den
Produktionsbedingungen der Kultur und Kunst in der kapitalistischen
Gesellschaft? Die durch den „Kreativfaktor” intensivierten und
verinnerlichten Produktionsbedingungen der Kultur und Kunst auf dem Markt
sind mit Schlagwörtern wie Prekarisierung und Neoliberalisierung in der
Vergangenheit zu recht zum Ziel des Angriffes von Kulturproduzentinnen
geworden. Die staatliche und nationale Förderung und ihre Institutionen
hingegen sind eher zu einem freundlichen Begleiter der eigenen Emanzipation
idealisiert oder als kleineres Übel banalisiert worden. Wie verhält sich der
Staat zu den vielen creative industries? Wo verortet die staatliche Politik
ihre Kulturproduzenten und wofür werden sie eingespannt? Ist Kreativität
Ausdruck einer widerständigen Praxis, oder bloß Innovationsfaktor für die
nationale Marke? Antizipiert eine globalisierte „Kreativ”wirtschaft die
Auflösung von Staat und Nation oder spielt diese nicht gerade eine
herausragende Rolle in der Renaissance von Nationen und Nationalismus?

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Max Klebb ist tot.

Die nachfolgenden Thesen wurden am 21.02.09 von den Mitgliedern von Max Klebb vorgestellt.

Max Klebb, der verlorene Sohn des exilierten Glaciologen Max Perutz und der russischen Agentin des Spectre, Rosa Klebb, bestand zur Gründung und Herstellung eines Zusammenhangs zur antinationalen  Kollektivierung in der Kunst. Max Klebb war kein Organisationskern, dem man sich anschliessen kann, sondern ein Vorläufer, ein Anfang. Heute nun möchten wir mit Euch zusammen Rosa Perutz erscheinen lassen, die Zwillingsschwester von Max Klebb, mit der wir hier im Raum ein Waffenarsenal zum Angriff auf den Nationalismus aufstellen wollen. Gemeinsam mit Euch wollen wir über die Herstellung eines Zusammenhangs diskutieren, der keine wöchentliche politische Kaderorganisation und auch kein dauerbespamter Emailverteiler ist, sondern nach alternativen Möglichkeiten einer Praxis sucht.

Wir beginnen daher mit einem kurzen Nachruf auf Max Klebb.

Als Vorläuferorganisation Max Klebb ging es uns um die Konfrontation eines doppelten Problemfeldes:

1) das nationale Blickfeld:
was für nationale Übernahmestrategien richten sich auf die eigene Praxis. Was ist die Struktur der Ehrung, der es hier zu entfliehen gilt?

2) die künstlerischen Weihen:
Was ist faul an der Kunst selbst? Was ist das Problem daran, sich überhaupt grenzenlos positiv auf die Weihen der Künste zu beziehen?

Wie können wir eine Diskussion anlaufen lassen, die sich fragt, wie man eine Frontstellung gegen Deutschlands Kulturnationalismus und seine Jubiläumsserien 2009 herstellt, ohne gleichzeitig in die vollständige Defensive zu verfallen und sich in der Reaktion zu verschanzen? Wie können wir gleichzeitig über Möglichkeiten einer gemeinsamen Praxis nachdenken, die über den anstehenden Jubiläumstaumel 2009 hinausreicht? Weiterlesen