Form und Zweck Zwei

Hier sind die zwei Beiträge von Form und Zweck Zwei:

1. TOWER OF TRAUER (Ragna Körby/Friedrich van Borries/Tobias Kurtz)

Ehrenmal zum Gedenken an die „im Dienst gefallenen Soldaten der Bundeswehr“

(Friedrich von Borries, Ragna Körby, Tobias Kurtz)

„Wir fragen uns: Wann beginnt der deutsche Staat, unsere Gesellschaft, das Parlament und unser Volk, sich der Leistungen und Opfer bewusst zu werden, welche in der fünfzigjährigen Geschichte und jeden Tag aufs Neue von deutschen Soldaten in Ausführung ihres verfassungsmäßigen Auftrages erbracht werden? Wer ehrt die Tapferkeit dieser Männer und Frauen und schlußendlich auch das höchste Opfer deutscher Auslandseinsätze: Den Soldatentod!“ (www.bundeswehrehrenmal.de)

Im Jahre 2006 hat Verteidigungsminister Jung öffentlich seine Idee geäußert, ein Ehrenmal für die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr und die zivilen Angehörigen zu errichten. Damit sollen die bisher ca. 2900 im Dienst gestorbenen Soldaten und Soldatinnen geehrt werden und auch den zukünftigen Gefallenen und im Dienst getöteten ein Ehrenmal gesetzt werden.  Der Wunsch nach einem zentralen Ehrenmal geht einher mit dem Einsatz deutscher Soldaten, z.B.  in Afghanistan im Kampf gegen der Terrorismus. Deutsche Soldaten sterben immer mehr bei Kampfeinsätzen und nicht mehr nur durch Unfälle, z.B. beim Fahren von Gabelstaplern.

Im Juni 2007 wurde in einen eingeladenen Wettbewerb ein Ehrenmal ermittelt, das im Herbst 2009 eingeweiht werden soll. Unserer Meinung nach wird es seiner Funktion nicht gerecht, Unser Gegenentwurf skizziert, wie ein modernes Soldaten-Ehrenmal im Zeitalter medialer Kommunikation aussehen könnte.

Das Ehrenmal trägt den Namen „Tower of Trauer“ und ist eine 110m hohe Stele. Ihr Grundriß entspricht dem Eisernen Kreuz. Die Stele steht in einer 10.000 qm großen, Wasserfläche. Das Wasser ist rot eingefärbt, damit die Stele sich besser darin spiegeln kann. Ein Steg führt über das Wasser zur zentralen Kranzablegestelle. Das Denkmal selber kann von Besuchern nicht betreten werden, sondern fungiert  als Kolumbarium, also als Begräbnisstätte. Die Begräbnis-Feierlichkeiten finden am Rande des Sees statt. Mit einem Boot werden anschließend die Urnen zu der Stele gefahren und an ihre ewige Statt übergeben. Der „Tower of Trauer“ bietet Platz für bis zu 22.000 Soldatenurnen. Jeder dieser Urnenplätze hat eine eigene Mobilfunknummer, die Angehörigen können an die Urne eine SMS senden und so symbolischen Kontakt zu ihrem getöteten oder gefallenen Angehörigen halten. Empfängt eine der Urnenstellplätze eine solche Nachricht, erscheint der Name des Soldaten/der Soldatin und die Botschaft der Angehörigen als LED-Schrift, die dann langsam am Turm herabläuft und in dem See versinkt. So kann die ganze Bundesrepublik  Anteil nehmen an dem Schmerz und der Trauer und dem Stolz der Soldatenangehörigen. Das Weinen der Mütter und Frauen, der Verlobten und Kameraden und Kameradinnen wird immer sichtbar sein. Und gleichzeitig wird somit die Opferbereitschaft der deutschen Bundeswehrsoldaten und -soldatinnen – Für Frieden, Recht und Freiheit – geehrt und gehuldigt.

Das Ehrenmal greift dabei traditionelle Symbole der Bundeswehr (das Eiserne Kreuz als Grundriß) und klassische Architekturformen des Denkmals (die Stele) auf, und verbindet sie mit aktuellen Formen der Kommunikation (SMS) und von Kunst im Öffentlichen Raum (Jenny Holzers LED-Installationen).

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2. Improvement proposal for the Holocaust memorial in Berlin (Robert Burghardt)

The current memorial is safe, too safe. It has rendered Germany’s historical responsibility into a controllable plot close to the government district.

I propose to move the memorial to the Schlossplatz, which is now free after the dismantling of the former GDRs Palast der Republik. Further I propose to invert the current grid into a negative field of holes up to 4m deep. Entering the memorial will need precaution, it will be an uncanny experience. The memorial is completed with an ambulance that will be located in what is now the “Temporäre Kunsthalle”, ready to save anyone lost in the field, or maybe, if unlucky, even in a hole.

Prominent voices are calling for the re-erection of the old Prussian castle to fill the void that is now the empty Schlossplatz in the wake of normalizing the German nation, reconstructing an image of the historical city as if nothing has happened, revoking the “good-old times”. Germans seem to have a fear of this void, its emptiness. The call for the castle is motivated by the hope that it will work as a remedy against the emptiness: Filling the void by closing the urban gap and by filling it with meaning, in this case: the history of Prussian rule and German Greatness.

I consider the emptiness as a historical result, a gap left by the holocaust and German chauvinism, a gap which is ever unfillable. By moving the holocaust memorial to the Schlossplatz the void left by the holocaust remains in the continuity of German and Prussian chauvinism, at the site of the castle.

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